VERNEDCT: Umstel­lung auf Gleich­strom für die Ener­gie­wen­de

Die Ver­tei­lung elek­tri­scher Ener­gie ist eine Her­aus­for­de­rung der Ener­gie­wen­de. Um eine höhe­re Aus­las­tung der Netz­in­fra­struk­tur zu erzie­len, wird im Pro­jekt eine Umstel­lung auf Gleich­strom erforscht.

Der Ein­satz von Gleich­strom (DC) in Ver­teil­net­zen ermög­licht eine wesent­lich höhe­re Aus­las­tung der Netz­in­fra­struk­tur und ver­rin­gert damit den Res­sour­cen­ein­satz für den Netz­aus­bau. Das heißt: Bei glei­chem Mate­ri­al­auf­wand kann deut­lich mehr Ener­gie im Ver­gleich zur heu­ti­gen AC-Tech­no­lo­gie ver­teilt wer­den. Das Pro­jekt wird die tech­no­lo­gi­sche Basis für ein neu­ar­ti­ges, voll­stän­dig Umrich­ter-gespeis­tes Ver­teil­netz auf Basis von DC-Tech­no­lo­gie für den urba­nen Raum ent­wi­ckeln, wel­ches die Auf­ga­ben der heu­ti­gen Netz­ebe­nen 5-7 (Mit­tel- und Nie­der­span­nung) über­neh­men kann.

6 Jah­re

Lauf­zeit

ca. 5 Mio. Euro

För­der­sum­me

6 + 3

Fach­ge­bie­te + Fakul­tä­ten der TU Ilmen­au

Bei der Umstel­lung von Ver­teil­net­zen auf DC-Tech­no­lo­gie han­delt es sich um eine umfas­sen­de sozio-tech­ni­sche Trans­for­ma­ti­on, die nicht nur tech­no­lo­gisch mach­bar, son­dern auch von den ver­schie­de­nen, in die Trans­for­ma­ti­on invol­vier­ten Akteurs­grup­pen akzep­tiert und unter­stützt wer­den muss. Ent­spre­chend ist die kom­mu­ni­ka­ti­ve Ein­be­zie­hung betrof­fe­ner Akteurs­grup­pen (Netz­be­trei­ber, Gerä­te­her­stel­ler, Hand­wer­ker, Bevöl­ke­rung etc.) ein wich­ti­ger Bestand­teil des Pro­jekts, um eine rea­lis­ti­sche Road­map für den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu erar­bei­ten. Neben den tech­ni­schen Fra­ge­stel­lun­gen wird auch erforscht, wel­che kom­mu­ni­ka­ti­ven Maß­nah­men der damit ver­bun­de­ne Chan­ge-Pro­zess erfor­der­lich macht.

Inno­va­tio­nen wer­den durch VERNEDCT vor allem in fol­gen­den Gebie­ten erwar­tet:

  • Neue Archi­tek­tur und Metho­den für den Ver­teil­netz­be­trieb
  • Metho­den zur opti­ma­len Kom­po­nen­ten­aus­las­tung (Erhö­hung der Voll­last­stun­den) durch Spei­cher­be­wirt­schaf­tung und Leis­tungs­fluss­re­ge­lung
  • Metho­den zur Feh­ler­klä­rung durch Umrich­ter und Schalt­ge­rä­te
  • Neue Umrich­ter­to­po­lo­gien für den Ein­satz in DC-Ver­teil­net­zen
  • Metho­den bzw. Spe­zi­fi­ka­ti­on zur “Plug & Operate”-Regelung von Umrich­tern
  • Kon­zept ver­lust­mi­ni­ma­ler hybri­der Schalt­ge­rä­te für den Dau­er­be­trieb
  • Trans­for­ma­ti­ons­pfad mit Road­maps für das Asset Manage­ment der Ver­teil­netz­be­trei­ber,
  • Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung und anspruchs­grup­pen­spe­zi­fi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zep­te für Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se

Als Ergeb­nis des Pro­jek­tes wer­den erwar­tet:

  1. eine ska­lier­ba­re Ziel­netz­to­po­lo­gie für Ver­tei­ler­net­ze in DC-Tech­no­lo­gie,
  2. ein dazu­ge­hö­ri­ges Schutz- und Betriebs­kon­zept,
  3. die Aus­wahl und der Ent­wurf von Umrich­ter­to­po­lo­gien für spe­zi­fi­sche Auf­ga­ben im Ver­teil­netz,
  4. Ver­fah­ren für die Umrich­ter-Rege­lung sowie
  5. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zep­te, die zu einer erfolg­rei­chen Imple­men­ta­ti­on der DC-Tech­no­lo­gie bei­tra­gen.

För­der­mit­tel­ge­ber

Carl Zeiss Stif­tung im Pro­gramm „Durch­brü­che – Ener­gie­sys­te­me der Zukunft“

Die Carl-Zeiss-Stif­tung hat sich zum Ziel gesetzt, Frei­räu­me für wis­sen­schaft­li­che Durch­brü­che zu schaf­fen. Als Part­ner exzel­len­ter Wis­sen­schaft unter­stützt sie sowohl Grund­la­gen­for­schung als auch anwen­dungs­ori­en­tier­te For­schung und Leh­re in den MINT-Fach­be­rei­chen (Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik). 1889 von dem Phy­si­ker und Mathe­ma­ti­ker Ernst Abbe gegrün­det, ist die Carl-Zeiss-Stif­tung eine der ältes­ten und größ­ten pri­va­ten wis­sen­schafts­för­dern­den Stif­tun­gen in Deutsch­land. Sie ist allei­ni­ge Eigen­tü­me­rin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Pro­jek­te wer­den aus den Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen der bei­den Stif­tungs­un­ter­neh­men finan­ziert.